Ein überraschender Rückgang
Die US-Wirtschaft hat im Juli 23.000 Arbeitsplätze verloren, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Der Rückgang überraschte Ökonomen, die moderate Beschäftigungszuwächse erwartet hatten. Es ist der erste monatliche Rückgang der Beschäftigtenzahlen seit Beginn der jüngsten Abschwächung.
Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,1 Prozent. Der Bericht korrigierte auch die Beschäftigungsschätzungen für die beiden Vormonate nach unten. Zusammen zeigen die Zahlen einen Arbeitsmarkt, der schneller abkühlt als viele Prognostiker vorhergesagt hatten.
Die Aktienmärkte reagierten schnell. Der S&P 500 und der Nasdaq gaben im frühen Handel nach, während die Renditen von Staatsanleihen fielen, da Händler auf Zinssenkungen setzten. Analysten erklärten, der Bericht verändere die Debatte in Washington über die Stärke der Wirtschaft.
Wo Arbeitsplätze verschwanden
Die Verluste konzentrierten sich auf den Einzelhandel, das verarbeitende Gewerbe und den öffentlichen Dienst. Auch Zeitarbeitsfirmen bauten Stellen ab, ein Zeichen dafür, dass Arbeitgeber in den kommenden Monaten vorsichtig sind. Einige Sektoren schufen weiterhin Arbeitsplätze, darunter das Gesundheitswesen und der Freizeitbereich, doch die Zuwächse reichten nicht aus, um die Verluste auszugleichen.
Die Erwerbsbeteiligung sank ebenfalls. Das bedeutet, dass weniger Menschen arbeiten oder Arbeit suchen, was das langfristige Wachstum belasten kann. Auch das Lohnwachstum verlangsamte sich und nahm damit einen Druckfaktor von der Federal Reserve.
Kleine Unternehmen meldeten in dieser Woche veröffentlichten Umfragen zufolge eine schwächere Nachfrage. Die Kombination aus hohen Kreditkosten und schwächeren Konsumausgaben macht viele Inhaber zögern, einzustellen. Ökonomen sagten, der Trend könnte bis in den Herbst anhalten.
Was das für Zinsen und Politik bedeutet
Der Bericht erscheint Wochen vor den Zwischenwahlen im November. Das Weiße Haus erklärte, die Wirtschaft bleibe widerstandsfähig und verwies auf die niedrige Arbeitslosigkeit. Republikanische Kritiker nutzten den Rückgang als Beleg dafür, dass die Politik der Regierung scheitere.
Für die Federal Reserve erhöht der schwache Bericht die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung später in diesem Jahr. Vorsitzender Kevin Warsh hat gesagt, die Fed sei datenabhängig, und die Märkte preisen nun eine Senkung bei der nächsten Sitzung ein. Eine Entscheidung wird im September erwartet.
Ökonomen warnen, dass ein einzelner Monat keinen Trend begründet. Aber die Abwärtskorrekturen für die Vormonate deuten darauf hin, dass die Abschwächung länger andauert als zunächst angenommen. Der nächste Beschäftigungsbericht wird zeigen, ob der Juli ein Einzelfall war oder der Beginn eines breiteren Rückzugs.