Die Gesamtverschuldung der US-Regierung hat laut einem Bericht des Finanzministeriums in dieser Woche erstmals die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten. Die Staatsverschuldung erreichte 40,05 Billionen Dollar und markiert damit einen neuen Meilenstein in jahrzehntelang steigender Bundesverschuldung.
Wie die Schulden wuchsen
Die Verschuldung hat sich in etwa einem Jahrzehnt verdoppelt. Vor zehn Jahren lag sie bei 19,4 Billionen Dollar, im August 2016 knapp unter 20 Billionen Dollar. Der Anstieg hat sich in den letzten Jahren beschleunigt, angetrieben durch Konjunkturpakete aus der Pandemiezeit, Verteidigungsausgaben und steigende Kosten für Sozialversicherung und Medicare. Die USA erreichten im März 39 Billionen Dollar und im Oktober letzten Jahres 38 Billionen Dollar – ein Tempo von etwa einer Billion Dollar alle fünf Monate.
Das Finanzministerium meldete außerdem ein Defizit von 432,3 Milliarden Dollar für Juli, den höchsten monatlichen Fehlbetrag seit März 2021. Das Defizit seit Jahresbeginn nähert sich 1,8 Billionen Dollar und liegt damit über dem Vorjahreszeitraum.
Die Kosten der Zinsen
Die Bezahlung all dieser Kredite ist nun ein wichtiger Posten im Bundeshaushalt. Die jährlichen Zinszahlungen auf die Schulden übersteigen eine Billion Dollar und sind damit nach der Sozialversicherung die zweitgrößte Ausgabe der Regierung. Höhere Zinssätze haben die Kosten für neue Kredite erhöht, sodass Anleger mehr Entschädigung für das Halten von Staatsanleihen verlangen.
Für normale Amerikaner ist das Ausmaß schwer zu fassen. Bei einer Bevölkerung von rund 343 Millionen entspricht die 40-Billionen-Dollar-Schuld etwa 117.000 Dollar pro Person. Ökonomen warnen, dass die Last weiter wachsen wird, wenn die Gesetzgeber ihren Kurs nicht ändern.
Was als Nächstes passiert
Die Schulden stehen auch vor einer gesetzlichen Obergrenze. Die USA haben eine gesetzliche Schuldenobergrenze, die der Kongress anheben oder aussetzen muss, um weitere Kredite zu ermöglichen. Das Bipartisan Policy Center schätzt, dass das Land die aktuelle Grenze von 41,1 Billionen Dollar irgendwann zwischen Spätwinter und Hochsommer 2027 erreichen wird, was eine weitere Runde politischer Auseinandersetzungen in Washington erzwingt.
„Die Staatsverschuldung erhöht bereits die Lebenshaltungskosten und verdrängt andere Ausgaben und Investitionen", sagte Margaret Spellings, Präsidentin und CEO des Bipartisan Policy Center. Beobachter verweisen auf den Rekord als Warnung vor dem Weg der Fiskalpolitik, auch wenn der Meilenstein selbst im Tagesgeschäft der Märkte wenig ändert.