Aussetzung in letzter Minute
Präsident Trump hat neue Zölle auf Kanada für drei Tage ausgesetzt und erklärt, eine Einigung sei nahe. Das Weiße Haus sagte, beide Seiten finalisierten Dokumente, um Importsteuern auf eine Reihe kanadischer Güter zu vermeiden. Die Aussetzung ist eine scharfe Kehrtwende nach dem Zusammenbruch der Gespräche letzte Woche.
Die USA hatten gedroht, die Zölle auf kanadische Autos, Lastwagen, Autoteile und Stahl ab dem 1. Januar auf 50 Prozent zu erhöhen. Kanadische Beamte nannten die Drohung eine „Häufung von Fehlern" und warnten vor Vergeltung. Kanada war neben China das einzige Land, das auf die früheren US-Zölle reagierte.
Was auf dem Spiel steht
Die Automobilindustrie ist der am stärksten exponierte Sektor. Motoren, Getriebe und andere Teile überqueren die US-kanadische Grenze viele Male, bevor ein fertiges Auto einen Händler erreicht. Analysten sagen, ein Zoll von 50 Prozent würde den Preis vieler in Nordamerika verkaufter Fahrzeuge um Tausende von Dollar erhöhen.
Stahl- und Aluminiumproduzenten auf beiden Seiten beobachten die Lage ebenfalls genau. Ontario liefert einen Großteil des in US-Fabriken verwendeten Stahls, und ein Handelskrieg würde Lieferketten stören, deren Aufbau Jahrzehnte dauerte.
Märkte und nächste Schritte
Die Märkte reagierten positiv auf die Aussetzung. Der kanadische Dollar gewann gegenüber dem US-Dollar an Wert, und die Aktien von Automobilherstellern stiegen im frühen Handel. „Eine dreitägige Aussetzung ist kein Deal, aber sie ist eine Tür", sagte ein Handelsanalyst.
Ökonomen bleiben vorsichtig. Sie stellen fest, dass beide Seiten weiterhin über den Zugang zu Milchprodukten, Digitalsteuern und den Umfang der Zölle uneinig sind. Die nächsten drei Tage werden zeigen, ob die Tür offen bleibt oder zuschlägt.