Präsident Donald Trump gab am späten Dienstag bekannt, dass sich die USA und Kanada auf eine vorläufige Einigung geeinigt haben und 50-Prozent-Zölle auf kanadische Waren für drei Tage aussetzen. Die Abgaben sollten am Mittwochmorgen in Kraft treten.
Eine Einigung Stunden vor Ablauf der Frist
'Ich habe die 50%igen Zölle gegen Kanada, die für morgen früh geplant waren, für einen Zeitraum von drei Tagen ausgesetzt, basierend auf der Tatsache, dass Kanada und die USA, vorbehaltlich der Finalisierung von Dokumenten, einen DEAL haben!', schrieb Trump auf Truth Social.
Die Zölle hätten für Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar gegolten. Die Liste umfasste Wein, Hockeyschläger, Spirituosen, Baumaterialien und bestimmte Kleidungsarten. Das Weiße Haus kündigte die Abgaben erstmals im Juli an und erklärte, es wolle Kanada für das zur Verantwortung ziehen, was es als Diskriminierung amerikanischer Autos, Alkohol und Milchprodukte bezeichnete.
Keystone XL 'aus dem Grab erweckt'?
Trump belebte auch die Diskussion über die Keystone-XL-Pipeline wieder. Das Projekt, das Öl von Kanada in die USA transportieren sollte, wurde unter Präsident Joe Biden gestrichen. 'Die große Keystone-XL-Pipeline, die vom schläfrigen Joe Biden vor langer Zeit getötet wurde, könnte aus dem Grab erweckt werden!', schrieb Trump.
Die Pipeline ist seit Jahren ein Zankapfel. Befürworter sagen, sie würde die Energiesicherheit stärken. Gegner sagen, sie bedrohe die Umwelt und indigene Gebiete.
Carney mahnt zur Vorsicht
Der kanadische Premierminister Mark Carney begrüßte die Aussetzung, hielt die Erwartungen jedoch in Grenzen. Er sagte, es seien 'erhebliche Fortschritte' in Richtung eines Handelsabkommens erzielt worden, aber es sei noch mehr Arbeit nötig, bevor die Dokumente finalisiert würden.
Beamte beider Länder hatten tagelang intensive und heikle Gespräche geführt, sagte Carney am Montag gegenüber Reportern. Die Märkte hatten sich auf die Zölle eingestellt, von denen Ökonomen warnten, sie könnten die Preise für Verbraucher auf beiden Seiten der Grenze in die Höhe treiben.
Die dreitägige Aussetzung gibt den Unterhändlern ein kurzes Zeitfenster, um die vorläufige Einigung in ein unterzeichnetes Abkommen umzuwandeln. Scheitern die Gespräche, könnten die 50-Prozent-Zölle schnell zurückkehren.