Der ehemalige demokratische Gouverneur Roy Cooper hat seinen Vorsprung gegenüber dem Republikaner Michael Whatley im offenen Senatswahlkampf in North Carolina laut einer neuen Umfrage des Carolina Journal ausgebaut. Es ist die zweite Erhebung in Folge, die einen wachsenden Abstand zeigt.
Whatley, ehemaliger Vorsitzender des Republican National Committee, liegt seit dem Sommer hinter Cooper. Die neuen Zahlen zeigen, dass das Problem nicht nur Parteitreue betrifft, sondern auch die Mitte der Wählerschaft.
Unabhängige entscheiden sich für Cooper
Die Umfrage ergab, dass Cooper 55 Prozent der unabhängigen Wähler gewinnt, gegenüber 34 Prozent für Whatley. Cooper hält zudem 91 Prozent der Demokraten, nur 3 Prozent wechseln die Seite. Whatley erhält 81 Prozent der Republikaner, aber 9 Prozent unterstützen Cooper.
Dieses Muster ist in North Carolina wichtig, wo parteilose Wähler inzwischen die registrierten Demokraten und Republikaner übertreffen. Landesweite Rennen werden meist mit wenigen Punkten entschieden, sodass ein 20-Punkte-Abstand bei Unabhängigen für einen republikanischen Kandidaten schwer aufzuholen ist.
Umforschungsleiter Donald Bryson sagte, es bleibe viel Wahlkampfzeit, aber Whatley müsse klar aufholen.
Nationale Bühne in Dallas
Whatley nutzte den republikanischen Parteitag zur Halbzeitwahl in Dallas, um für sich zu werben, band sich wiederholt an Präsident Donald Trump und stellte Cooper als verlässliche Stimme für die nationalen Demokraten dar. Er argumentierte, das Rennen sei nun national, nicht lokal.
Die Republikaner verteidigen einen Senatssitz in einem Staat, den Trump zweimal gewann. Ein Verlust würde den Weg zur Mehrheit verengen und Ausgaben an einem Ort erzwingen, den die Führung eigentlich schonen wollte.
Die nationale Stimmung
Parteistrategen sagen, das Umfeld sei schwierig. Die Benzinpreise stiegen nach Störungen im Nahen Osten, Hypothekenzinsen klettern, und die Inflation liegt weiter über dem Ziel der Federal Reserve. Diese Zahlen prägen, wie Wähler die Regierungspartei beurteilen.
Die Demokraten versuchen, republikanische Kandidaten mit der Regierung bei Gesundheit und Preisen zu verbinden. Die Republikaner halten dagegen, Coopers Bilanz als Gouverneur sei dünn und seine Positionen zu nationalen Themen passten nicht zum Staat.
Die Briefwahl beginnt im Oktober, der Sitz wird am 3. November entschieden.