Start und erste Prüfung
Das Nancy Grace Roman Space Telescope hat seine Systemprüfung nach dem Start im Deep Space bestanden, teilte die NASA diese Woche mit. Das Observatorium startete am 30. August um 7:26 Uhr Ostküstenzeit an Bord einer SpaceX Falcon Heavy vom Kennedy Space Center in Florida.
Ingenieure verbrachten die folgenden Wochen damit, Instrumente einzuschalten, die Ausrichtung zu prüfen und zu bestätigen, dass das Raumfahrzeug die stabile Plattform halten kann, die die Mission benötigt. Roman ist eine von der NASA geleitete Mission mit Beiträgen der Europäischen Weltraumorganisation.
Ein weiteres Fenster zum Universum
Roman ist ein Infrarotteleskop mit einem viel größeren Sichtfeld als Hubble. Diese Kombination aus Tiefe, Fläche und Bildqualität ermöglicht die Vermessung großer Himmelsareale in einer einzigen Aufnahme, statt viele schmale Bilder über Monate zusammenzusetzen.
Die Mission wird Dunkle Energie untersuchen, indem sie die Verteilung der Materie über kosmische Zeit kartiert, und Exoplaneten durch Mikrolinseneffekte finden – eine Technik, die die kurze Aufhellung erkennt, wenn ein Vordergrundstern das Licht eines dahinterliegenden Sterns krümmt. Astronomen erwarten auch ungeplante Entdeckungen.
In einer Erklärung der ESA merkten Missionswissenschaftler an, dass die Geschichte zeigt, dass einige der wichtigsten Entdeckungen die unerwarteten sind, wann immer die Astronomie ein neues Fenster zum Universum öffnet.
Wie es weitergeht
Das Teleskop tritt nun in die Inbetriebnahmephase ein, die typischerweise mehrere Monate dauert. Teams werden Detektoren kalibrieren, Beobachtungsmodi testen und die Datenpipeline vorbereiten, die das enorme Bildvolumen verarbeiten wird.
Die NASA verweist auf Roman als Beleg, dass sie trotz Drucks auf andere Programme noch Flaggschiff-Missionen termingerecht und im Budget liefern kann. Die Mission war ursprünglich für spätestens Mai 2027 vorgesehen, und die Behörde zog den Termin nach Fertigstellung der Montage Ende 2025 vor.
Nach Abschluss der Inbetriebnahme beginnt eine jahrelange Himmelsdurchmusterung, deren Daten Astronomen noch lange nach den ersten Bildern auswerten werden.