Erste Erhöhung seit 2023
Die Federal Reserve erhöhte am Mittwoch ihren Leitzins – die erste Anhebung seit über drei Jahren – und signalisierte, dass vor Ende 2026 ein weiterer Schritt wahrscheinlich ist. Die Entscheidung folgte einer zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses, die am 16. September endete.
Beamte verwiesen auf eine Inflation, die seit 65 Monaten erhöht bleibt, angetrieben durch Ölpreise nach der Schließung der Straße von Hormus und weitere Kostentreiber. Der Arbeitsmarkt blieb dagegen stabil und gab den Entscheidern Spielraum für eine Straffung.
Warshs Warnung
Vorsitzender Kevin Warsh argumentierte, die Notenbank müsse zeigen, dass sie die Inflation auf ihr 2-Prozent-Ziel zurückführen kann. „Die Verantwortung für 65 Monate anhaltend erhöhter Inflation liegt eindeutig bei der Notenbank", sagte Warsh letzten Monat in Jackson Hole. „Wir müssen sicher sein, dass sich die Kerninflation klar und schnell genug unserem Ziel nähert. Andernfalls haben wir Arbeit vor uns."
Die Märkte hatten die Erhöhung erwartet. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen waren bereits auf 5 Prozent gestiegen, und einige Investoren warnten, länger zu warten sei riskanter als jetzt zu handeln.
Was das für Haushalte bedeutet
Der Schritt verteuert Kredite für Kreditkarten, Autokredite und variabel verzinsliche Schulden. Sparzinsen könnten steigen, wobei Analysten anmerken, dass die Weitergabe an Verbraucherkonten oft langsamer und geringer ausfällt.
Unternehmen, die Schulden für Rechenzentren und Fabriken nutzen, sehen sich höheren Finanzierungskosten gegenüber. Apollo warnte, dass die Kreditaufnahme von Hyperscalern ein Warnsignal sendet, da die KI-Infrastrukturausgaben Rekordniveau erreichen.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Energiepreise. Öffnet sich die Straße von Hormus und fällt der Ölpreis, könnten die Beamten pausieren. Bleibt die Inflation hartnäckig, steht bei der nächsten Sitzung eine weitere Erhöhung im Raum.