Wirtschaft

Kühler Inflationsbericht für Juli nimmt Druck von der Fed vor September-Abstimmung

14 Ansichten

Ein milder Inflationsbericht hat der US-Notenbank Fed etwas Luft verschafft. Die Verbraucherpreise stiegen im Juli weniger als erwartet und zerstreuten die Befürchtungen, dass die Zentralbank ihre Zinsen bei ihrer September-Sitzung anheben müsste.

Preise kühlen ab, bleiben aber über dem Ziel

Die Gesamtinflation lag im Juli bei 3,4 Prozent für das Jahresende, so der Verbraucherpreisindex des Arbeitsministeriums. Die Kerninflation, die Nahrungsmittel und Energie ausklammert, stieg um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beide Werte entsprachen den Prognosen der Ökonomen oder übertrafen sie.

Die Inflation liegt nun seit mehr als fünf Jahren über dem 2-Prozent-Ziel der Fed. Die Zentralbank hat ihren Leitzins im gesamten Jahr 2026 stabil gehalten, während sie auf eine Verlangsamung des Preiswachstums wartet.

Märkte passen ihre Wetten an

Händler reagierten, indem sie ihre Wetten auf eine Zinserhöhung im September reduzierten. Die Terminmärkte preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von etwa 38 Prozent für eine Zinserhöhung im nächsten Monat ein, gegenüber höheren Quoten vor dem Bericht. Viele Anleger erwarten immer noch, dass die Fed die Zinsen vor Jahresende anheben wird.

'Ohne Forward Guidance dürfte die September-Entscheidung bis zum Schluss eine knappe Sache bleiben', schrieb Olu Sonola, Leiter der US-Wirtschaftsabteilung bei Fitch Ratings. 'Es wird kein Selbstläufer: Ob es ein Halten oder eine Erhöhung wird, sowohl Falken als auch Tauben werden genug in den Daten finden, um ihren Standpunkt zu untermauern.'

Ein gemischtes Bild für die Fed

Die Inflationsdaten kommen zusammen mit Anzeichen für einen abkühlenden Arbeitsmarkt. Die jüngsten Beschäftigungsberichte wurden nach unten korrigiert, und das Lohnwachstum hat sich verlangsamt. Diese Kombination gibt den Fed-Beamten Spielraum, die Zinsen bei ihrem Treffen Mitte September stabil zu halten.

Der nächste wichtige Datenpunkt ist der Index der persönlichen Konsumausgaben, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, der am 26. August veröffentlicht wird. Eine Reihe milder Inflationsberichte zwischen jetzt und September würde den Druck auf die Zentralbank verringern, zu handeln.

Die Ölpreise stellen ein weiteres Risiko dar. Brent-Rohöl ist aufgrund der Spannungen in der Straße von Hormus auf fast 90 Dollar pro Barrel gestiegen, was die Energiekosten in den kommenden Monaten in die Höhe treiben könnte.

Quelle: Reuters