Ein sich schnell entwickelndes Thema
Der Streit um Datenzentren ist in die Mitte der Zwischenwahlen 2026 geplatzt. Kandidaten in Rennen um das Repräsentantenhaus, den Senat und Gouverneursposten kämpfen gegen die riesigen Computereinrichtungen, die die Wähler für steigende Strompreise, hohen Wasserverbrauch und Misstrauen gegenüber dem Technologiesektor verantwortlich machen.
Strategen beider Parteien beschreiben das Thema als ungewöhnlich dynamisch. Eine in aktuellen Berichten zitierte Umfrage ergab, dass mehr als 70 % der Amerikaner gegen den Bau eines Datenzentrums in der Nähe ihres Zuhauses sind. Das National Republican Senatorial Committee warnte in einem Memo, dass Datenzentren zu einem 'Schlafmittel-Thema' für den gesamten Wahlzyklus geworden seien.
Ohio und Texas führen den Kampf an
In Ohio hat der frühere demokratische Senator Sherrod Brown Millionen für Werbung ausgegeben, die den republikanischen Senator Jon Husted als 'das Gesicht der Datenzentren' brandmarkt. Husted hat jahrelang als Vizegouverneur um die Industrie geworben. Das NRSC warnte KI-Unternehmen privat davor, dass eine Niederlage von Husted die Unterstützung für Datenzentren landesweit abkühlen könnte.
In Texas drängt der republikanische Gouverneur Greg Abbott, der den Staat einst 'das Epizentrum der KI-Entwicklung' nannte, nun darauf, Datenzentren in ländlichen Gemeinden einzuschränken und Steueranreize zu streichen. Der Schwenk erfolgte, nachdem die demokratische Kandidatin Gina Hinojosa Texas als 'Wilden Westen der Datenzentren' bezeichnet hatte.
In Michigan sah sich Gouverneurin Gretchen Whitmer Kritik von Progressiven ausgesetzt, nachdem sie im Juni an einem Spatenstich für ein Oracle- und OpenAI-Datenzentrum in Saline Township teilgenommen hatte. Außenministerin Jocelyn Benson, die Favoritin für die demokratische Gouverneurskandidatur, steht in der Kritik, weil ihr Ehemann für den Entwickler des Projekts arbeitet.
Ein Thema, das Parteigrenzen verwischt
Die Debatte verwischt die üblichen parteipolitischen Trennlinien. Demokraten waren meist diejenigen, die versuchten, die Wut der Wähler zu nutzen, um Republikaner zu bestrafen, die die Projekte genehmigt haben. Aber eine wachsende Zahl von Republikanern kämpft ebenfalls in ihren eigenen Wahlkreisen gegen Datenzentren.
Politiker wetteifern nun darum, entweder von der Gegenreaktion zu profitieren oder sich dagegen zu immunisieren. Das Thema ist zu einer unerwarteten Bruchlinie im breiteren Kampf um die KI-Revolution geworden, die die globale Wirtschaft umgestaltet und den Arbeitsmarkt zu stören droht. Mit den Vorwahlen und zwei Monaten bis zur allgemeinen Wahl scheinen Datenzentren auf dem Stimmzettel zu bleiben.