Wirtschaft

Globale Anleiheverkäufe verschärfen sich, Ölpreisanstieg treibt US-Rendite auf nahe 4,8 Prozent

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Die Kreditkosten für Regierungen auf der ganzen Welt steigen so schnell wie seit Jahren nicht mehr. Die Verkaufswelle bei Anleihen hat sich diese Woche beschleunigt, da Anleger befürchten, dass die Inflation hartnäckig hoch bleiben wird. Die Renditen auf US-Staatsanleihen, die steigen, wenn die Anleihekurse fallen, bewegten sich auf Niveaus, die seit Anfang 2025 nicht mehr gesehen wurden.

Öl treibt Inflationsängste an

Ölpreise sind ein großer Teil der Geschichte. US-Öl stieg um mehr als 5 Prozent und schloss über 90 Dollar pro Barrel, nachdem neue amerikanische Angriffe auf iranische Ziele und iranische Drohungen gegen Golf-Ölexporte die Sorge vor Lieferunterbrechungen wiederbelebt hatten. Brent-Rohöl stieg auf fast 95 Dollar. Höhere Energiekosten fließen direkt in die Inflation ein, was Anleger dazu veranlasst, höhere Renditen für langfristige Anleihen zu verlangen, um ihr Geld zu schützen. Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe erreichte etwa 4,8 Prozent, den höchsten Stand seit Januar 2025, und einige Analysten halten einen Anstieg auf 5 Prozent für möglich. „Der Ausverkauf kann übertrieben sein“, sagte Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin bei Saxo, und verwies auf Inflation, fiskalische Risiken und die große Menge neuer Schulden, die auf den Markt kommen.

Eine globale Anleihe-Rallye

Die Verkäufe beschränken sich nicht auf die USA. Die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihe stieg auf über 3 Prozent, ein Niveau, das seit drei Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurde. Australiens 10-Jahres-Rendite erreichte etwa 5,2 Prozent, den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren. Deutsche Anleihen-Futures fielen auf den niedrigsten Stand seit 2011, und französische Anleihen-Futures erreichten ein Rekordtief. Die weltweite Bewegung spiegelt eine gemeinsame Sorge wider: Die Zentralbanken könnten gezwungen sein, die Zinsen länger höher zu halten, während die Regierungen gleichzeitig stark Kredite aufnehmen.

Druck auf Hypotheken und Aktien

Höhere Renditen wirken sich auf die gesamte Wirtschaft aus. Hypothekenzinsen folgen tendenziell der 10-jährigen Staatsanleihe, sodass die Kreditaufnahme für Eigenheime teurer wird. Auch Aktien leiden, da höhere Renditen zukünftige Gewinne heute weniger wert machen. Die Wall Street fiel am Dienstag, wobei Wachstumsaktien am stärksten betroffen waren, und Energie war der einzige große Sektor, der höher schloss. Die 10-Jahres-Rendite lag Anfang des Jahres noch bei etwa 4,2 Prozent, während die 2-Jahres-Rendite von etwa 3,5 Prozent zu Beginn des Jahres 2026 auf 4,35 Prozent gestiegen ist. Anleger beobachten nun die Ölpreise und die nächsten Inflationsberichte, um Hinweise darauf zu erhalten, wohin sich die Renditen als Nächstes bewegen.

Quelle: Reuters