Wirtschaft

Binance will Verluste nach Hack über 6,3 Milliarden Dollar decken

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Zwanzig Minuten, zehn Blockchains

Binance hat zugesagt, Kundenschäden zu decken, nachdem ein Angreifer am 29. Oktober rund 6,36 Milliarden Dollar aus den Wallets der Börse abgezogen hat. Der Großteil der Gelder wurde in etwa 20 Minuten ab 20:05 UTC über zehn Netzwerke bewegt, darunter Ethereum, Bitcoin, Tron, das XRP Ledger, Solana, Arbitrum, Avalanche, Optimism, Base und Polygon.

Die Börse bestätigte einen Sicherheitsvorfall und setzte während der Untersuchung Abhebungen in mehreren Netzwerken aus. Bis zum Wochenende erklärte sie, rund 3 Milliarden Dollar der gestohlenen Vermögenswerte seien möglicherweise bei anderen Börsen ausfindig gemacht und eingefroren worden, wobei unklar war, wie viel davon zurückgewonnen werden kann. Tether und Circle froren zusammen etwa 2,38 Milliarden Dollar an Stablecoin-Guthaben ein, die mit den Transfers in Verbindung stehen.

Der größte Krypto-Diebstahl aller Zeiten

Das Analyseunternehmen Chainalysis und andere Branchenforscher bezeichneten den Vorfall als den größten Krypto-Raub aller Zeiten, etwa viermal so groß wie die 1,5 Milliarden Dollar, die im Februar 2025 von Bybit entwendet wurden. TRM Labs und mehrere Nachrichtenorganisationen schreiben den Angriff der Gruppe TraderTraitor zu, die mit Nordkorea in Verbindung gebracht wird, wobei Binance die Urheberschaft nicht bestätigt hat.

Binance-Co-CEO Richard Teng sagte, die Untersuchung des Unternehmens habe die Angreifer noch nicht identifiziert. Die Börse erklärte, die Nutzerguthaben würden vollständig wiederhergestellt, und sie werde nach Abschluss der forensischen Untersuchungen einen ausführlicheren Bericht über die Ereignisse veröffentlichen.

Was das für die Branche bedeutet

Der Einbruch trifft einen Markt, der ohnehin unter Druck steht. Die Kryptopreise waren im Oktober gesunken, da Anleger die Renditen der hohen Ausgaben für künstliche Intelligenz infrage stellten, und der Hack lieferte den Skeptikern ein weiteres Argument. Verwahrungsregelungen, Versicherungsschutz und die Konzentration von Vermögenswerten bei einer einzigen Börse stehen wieder im Mittelpunkt der Debatte.

Aufsichtsbehörden in mehreren Jurisdiktionen dürften fragen, wie der Angreifer Gelder über zehn Chains bewegen konnte, ohne Sicherungsmechanismen auszulösen. Für normale Nutzer ist die praktische Frage der Zugang zu Abhebungen. Binance hat den Dienst in einigen Netzwerken wiederhergestellt und erklärt, die übrigen würden schrittweise folgen, sobald die Prüfungen abgeschlossen sind.

Quelle: Reuters / TRM Labs