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Spaniens Verkehrsminister tritt nach Zugunglück mit 69 Toten nicht zurück

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Zwei Züge, eine Entscheidung im Stellwerk

Der Zusammenstoß ereignete sich am Mittwoch um 08:54 Uhr Ortszeit bei Urda in der Provinz Toledo auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Sevilla. Ein Renfe-AVE-Zug fuhr zwischen den Orten Mora und Orgaz, nahe dem Kilometerstein 118, auf einen stehenden ILSA-Iryo-Zug auf. Mehr als 540 Menschen befanden sich in den beiden Zügen, als sie zusammenstießen.

Mindestens 69 Menschen starben, Dutzende wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Guardia Civil erklärte, sie habe Meldungen über 64 noch vermisste Personen erhalten. Ein vorläufiger Bericht über das Unglück ergab, dass der fahrende Zug im Moment des Aufpralls mit 160 km/h oder mehr unterwegs war. Bis zu drei Wagen entgleisten und rutschten einen Bahndamm hinab.

Was die Leitstelle tat

Verkehrsminister Oscar Puente sagte vor Journalisten, ein Computerausfall habe zunächst sechs Züge auf dem Abschnitt zum Stehen gebracht. Die Leitstelle habe die Züge dann ohne Geschwindigkeitsbeschränkung wieder fahren lassen, unter Umständen, die er als unerklärlich bezeichnete. Bei einem Systemausfall übernehme die Leitstelle, fügte er hinzu.

„Ein Auffahrunfall im spanischen Schienennetz ist ein wahrhaft unplausibler Unfall“, sagte Puente. Er betonte, das Netz bleibe sicher, und verglich es mit Bahnsystemen anderer europäischer Länder. Überlebende berichteten von durch die Wagen fliegenden Koffern und schreienden Menschen, als die Züge zusammenstießen.

Druck auf den Minister

Die Gewerkschaft CSIF forderte Puente zum Rücktritt auf. In einer Erklärung warf sie ihm vor, während seiner Pressekonferenz einen Fahrdienstleiter zum Sündenbock zu machen, statt Verantwortung für das Unglück zu übernehmen. Vor dem Verkehrsministerium in Madrid versammelten sich Demonstranten, und der Bahnverkehr am Bahnhof Atocha war von erheblichen Verspätungen und Ausfällen betroffen.

Auf die Frage, ob er einen Rücktritt erwäge, sagte Puente: „In diesem Moment denke ich daran, das hier aufzuklären, und ich denke nicht an mich.“

Das Unglück ist Spaniens schwerster Zugunfall seit 2013 und die zweite tödliche Bahnkatastrophe des Landes in weniger als einem Jahr. Der Premierminister sagte, das ganze Land trauere. Ermittler sind weiterhin vor Ort, die offizielle Unfallursache wird noch untersucht.

Quelle: BBC News