Ein Rekord ohne Konkurrenz
Der Ozean ist heißer als zu jedem Zeitpunkt der aufgezeichneten Geschichte. Copernicus, Europas Klimaüberwachungsdienst, gab bekannt, dass die tägliche globale Meeresoberflächentemperatur den höchsten Stand seit Beginn der Messungen erreicht hat. Der neue Rekord folgt auf ein Jahr bereits extremer Ozeanhitze, und der Abstand ist nicht klein. Der Messwert bezieht sich auf den globalen Durchschnitt über alle eisfreien Meeresgebiete, eine Kennzahl, die lokale Schwankungen glättet und einen klaren Blick auf den Gesamttrend gibt. Der bisherige Höchststand wurde erst letztes Jahr aufgestellt, was zeigt, wie schnell sich der Ozean erwärmt.
Warum El Niño wichtig ist
Ein Teil der Hitze kommt von El Niño, einem natürlichen Klimamuster, das den tropischen Pazifik erwärmt. Wenn El Niño aktiv ist, treibt es die globalen Temperaturen zusätzlich zum langfristigen Trend nach oben. Wissenschaftler sagen, die Kombination aus El Niño und Treibhausgasemissionen habe den Ozean über Schwellenwerte getrieben, die einst fern schienen. Sie warnen, dass El Niño irgendwann abklingen wird, aber die zugrunde liegende Erwärmung nicht. El-Niño-Ereignisse treten alle paar Jahre auf und dauern typischerweise etwa ein Jahr. Ihre Auswirkungen wirken sich auf den ganzen Planeten aus, von Niederschlagsmustern in Afrika bis zu Winterwetter in Nordamerika.
Was wärmere Ozeane bedeuten
Die Folgen sind bereits sichtbar. Korallenriffe bleichen vom Great Barrier Reef bis zur Karibik. Meereshitzewellen treiben Fische in kühlere Gewässer und stören Fischereien, von denen Millionen Menschen abhängen. Wärmere Ozeane speisen auch intensivere Hurrikane und Taifune. Und es gibt eine Rückkopplungsschleife: Ein wärmerer Ozean absorbiert weniger Kohlendioxid, was bedeutet, dass mehr CO2 in der Atmosphäre bleibt. Forscher beschreiben den Ozean als unter beispiellosem Druck und sagen, die einzige dauerhafte Lösung sei, Emissionen an der Quelle zu reduzieren. Küstengemeinden spüren die Auswirkungen ebenfalls, da wärmeres Wasser sich ausdehnt und zum Meeresspiegelanstieg beiträgt. Wissenschaftler sagen, der Rekord sei konsistent mit langfristigen Projektionen, keine Überraschung.