Die NFL erklärte in dieser Woche, die Philadelphia Eagles hätten die Blutgerinnsel von Quarterback Jalen Hurts ordnungsgemäß behandelt und würden nicht bestraft. Stunden später forderte die Spielergewerkschaft eine vollständige Untersuchung.
Was mit Hurts geschah
Hurts steht auf der Verletztenliste und wird voraussichtlich den Rest der Saison ausfallen, nachdem ein Blutgerinnsel in seiner linken Wade in seine Lunge gewandert ist. Das Team und sein Berater erklärten, er habe eine tiefe Venenthrombose und beidseitige Lungenembolien. Er benötigt Blutverdünner und kann nicht an Football-Aktivitäten teilnehmen, bis er sie absetzt.
Er spielte am 11. Oktober in London gegen die Jacksonville Jaguars, drei Tage nachdem er dem medizinischen Personal von der Verletzung berichtet hatte. Spezialisten in London diagnostizierten zunächst eine oberflächliche Venenthrombose in der Wade.
Die Verteidigung der Liga
Dr. Allen Sills, Chefarzt der NFL, verteidigte das Team beim Herbsttreffen der Liga. „Ich habe volles Vertrauen in das medizinische Personal der Eagles und ihren Umgang mit dieser Situation, und ich würde ihre Arbeit als sehr konservativ, sehr patientenorientiert und in jedem Schritt angemessen vorsichtig bezeichnen", sagte er.
Sills sagte, die Liga sei durchgehend in Kontakt mit den Teamärzten und mit der Cleveland Clinic in London gestanden, wo Hurts behandelt wurde. Er betonte, die Medizin komme vor dem Football, und wies jeden Hinweis zurück, dass äußerer Druck die Entscheidungen beeinflusst habe.
NFL-Vizepräsident Jeff Miller widersprach zudem Berichten, wonach Hurts vor dem Londoner Spiel mehr als 30 Stunden ohne Schlaf verbracht habe. Er sagte, Hurts sei ins Hotel zurückgekehrt, habe etwa sieben oder acht Stunden geschlafen und sei dann ins Stadion gefahren.
Warum die Gewerkschaft eine Überprüfung will
Die NFL Players Association erklärte, die Liga habe ihr mitgeteilt, dass keine Überprüfung geplant sei. „Bevor Schlussfolgerungen darüber gezogen werden, wie diese Situation gehandhabt wurde, muss es eine vollständige Untersuchung dessen geben, was geschehen ist", erklärte die Gewerkschaft und fügte hinzu, die Feststellung der Fakten sei zum Schutz der Spieler nötig.
Dr. Caron Rockman, Gefäßchirurgin am Hackensack University Medical Center, die Hurts nicht behandelte, sagte, nach dem, was sie gelesen habe, gebe es keine Hinweise auf Fehlverhalten. Sie nannte die Entscheidungen eine Ermessensfrage, die von Fall zu Fall getroffen werde.
Die Eagles müssen nun den Rest ihrer Saison ohne ihren Starting-Quarterback planen, und die Forderung der Gewerkschaft stellt das medizinische Überprüfungsverfahren der Liga selbst unter die Lupe.