Flut ohne Vorwarnung
Eine Wand aus Schlamm und Wasser riss am Mittwoch durch ein Tal an der nepalesisch-chinesischen Grenze, zerstörte Gebäude und riss Menschen und Fahrzeuge mit sich. Überwachungsaufnahmen aus Gyirong in Tibets zeigen, wie Einwohner fliehen, als die Flut einschlägt. Die Flutwelle kam fast ohne Vorwarnung, berichteten Augenzeugen. Ein Video zeigt, wie eine braune Wasserwand Häuser und Geschäfte in Sekunden zerstört.
Touristen unter den Vermissten
Hunderte Menschen werden vermisst, darunter mindestens 291 ausländische Touristen, so die Behörden. Mehrere britische Staatsbürger sind unauffindbar, darunter ein 13-jähriges Mädchen. Das Tal ist eine beliebte Trekkingroute, die Besucher aus aller Welt anzieht. Suchteams arbeiten sich durch Schlamm, Geröll und Trümmer, um gestrandete Reisende zu erreichen. Hotels und Pensionen entlang des Flusses waren zur Hauptsaison ausgebucht, was die hohe Zahl der betroffenen Besucher erklären könnte.
Rettung unter schwierigen Bedingungen
Rettungskräfte kämpfen mit schwierigen Bedingungen. Erdrutsche haben Straßen blockiert, Kommunikationsleitungen in abgelegenen Gebieten sind unterbrochen. Das erschwert die Zählung der Vermissten und die Koordination der Hilfe. Hubschrauber wurden eingesetzt, um Menschen aus abgeschnittenen Dörfern zu evakuieren. Krankenhäuser auf beiden Seiten der Grenze sind in Bereitschaft. Lokale Beamte sagten, der Schaden sei schwerwiegend und die Zahl der Todesopfer könnte steigen, wenn die Retter weitere Gebiete erreichen.
Die Flut folgt auf tagelange schwere Monsunregenfälle in der Region. Hilfsorganisationen haben begonnen, Lebensmittel, Wasser und medizinische Versorgung in das betroffene Gebiet zu bringen. Das volle Ausmaß der Katastrophe könnte erst in Tagen bekannt sein. Wetterdienste warnen vor weiteren Regenfällen in dieser Woche, die die Rettungsarbeiten erschweren und das Risiko neuer Erdrutsche erhöhen könnten.