Die Pläne für Gespräche zwischen den Golfstaaten und Iran über die Schifffahrt durch die Straße von Hormus scheiterten am Montag und trieben die Ölpreise auf den höchsten Stand seit etwa vier Monaten. Brent-Rohöl überschritt im Morgenhandel 107 Dollar pro Barrel, etwa 3 Dollar mehr als zum Schlusskurs am Freitag.
Ein Treffen, das „im Interesse des Konsenses" verschoben wurde
Omans Außenminister Badr Albusaidi erklärte auf X, ein für Montag in der südlichen Stadt Salalah angesetztes Treffen sei verschoben worden. Die Sitzung sollte die regionalen Länder über Gespräche zwischen Iran und Oman zu vorübergehenden Schifffahrtsregelungen durch die Meerenge informieren, die weiterhin weitgehend für den normalen kommerziellen Verkehr gesperrt ist.
„Im Interesse des Konsenses", schrieb Albusaidi, und betonte, Oman bleibe dem Dialog, der Stabilität und der langfristigen Zusammenarbeit in der Region verpflichtet. Irans Außenministerium erklärte, Saudi-Arabien habe wegen der jüngsten Ereignisse im Jemen um die Verschiebung gebeten.
Angriffe auf See gehen weiter
Die diplomatische Pause stoppte die Kämpfe nicht. Das britische Zentrum für maritime Handelsoperationen meldete, ein Schiff sei in der Nacht zum Sonntag bei der Durchfahrt durch Hormus von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Die Islamischen Revolutionsgarden Irans erklärten am Montag, sie hätten eine fortschrittliche MQ-1-Drohne über der Meerenge abgefangen und zerstört. Die USA erklären, ihre Streitkräfte arbeiteten daran, den Verkehr durch die Wasserstraße freizumachen.
Der weitere Krieg dauert nun mehr als sechs Monate. Er begann am 28. Februar, als Präsident Donald Trump große Kampfoperationen gegen Iran ankündigte. Saudi-Arabiens Ost-West-Pipeline, die es dem Königreich ermöglicht, Rohöl ohne Durchquerung von Hormus zum Roten Meer zu transportieren, ist seit Angriffen in der vergangenen Woche geschlossen. Irans Außenminister bestritt jede Beteiligung an diesem Angriff.
Warum die Preise weiter steigen
Nimmt man den Vormarsch der Huthi entlang der jemenitischen Küste des Roten Meeres hinzu, stehen zwei der wichtigsten Energierouten der Welt gleichzeitig unter Druck. Diesel erreichte in den USA Anfang des Monats einen Rekordwert von 6 Dollar pro Gallone, und Reedereien erwägen längere Routen um das Kap der Guten Hoffnung.
Analysten sehen kaum Anlass für baldige Entspannung. „Da niemand es eilig hat zu reden, scheinen die Ölpreise weiter zu steigen, und eine Rückkehr zu den Höchstständen vom März ist eine Frage des Wann, nicht des Ob", sagte ein von Al Jazeera zitierter Marktstratege.
UN-Vertreter warnten, dass erneute Kämpfe im Jemen eine Phase relativer Ruhe beenden und weitere Zivilisten vertreiben könnten.