Huthi-Kräfte im Jemen haben nach Angaben jemenitischer Beamter und Nachrichtenagenturen die Perim-Insel in der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen. Der Schritt erfolgte wenige Tage, nachdem eine schnelle Bodenoffensive regierungstreue Kräfte aus der Hafenstadt Mocha und ihrem Hafen vertrieben hatte.
Die Perim-Insel, auch Mayun genannt, liegt in der Meerenge, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet. Schiffe zwischen Asien und Europa passieren diesen engen Kanal, was die Insel zu einem der sensibelsten Orte der Region macht.
Schifffahrtsroute unter neuem Druck
Die BBC berichtete, Huthi-Kämpfer hätten die Insel am Donnerstag erreicht, bevor eine lokale Regierungsquelle die Einnahme bestätigte. Die Nachrichtenagentur AFP zitierte Augenzeugen und einen lokalen Beamten mit derselben Aussage. Mocha liegt weniger als 50 Meilen von der Meerenge entfernt.
Maritime Sicherheitsgruppen rieten Reedereien, wachsam zu bleiben und offizielle Warnungen bei der Durchfahrt durch das Rote Meer zu befolgen. Schiffe, die Teile der Route bereits meiden, haben nun einen weiteren Abschnitt, um den sie sich sorgen müssen.
Saudische Ölexporte gefährdet
Saudi-Arabien verschifft Öl in großem Umfang an Kunden in Asien mit Tankern, die nach Süden ablegen, an Jemen vorbei und durch Bab al-Mandab fahren. Die BBC berichtete, dieser Verkehr sei nun gefährdet, da die Huthis Schiffe nahe der Küste bedrohen. Der breitere Konflikt hat zu einem Anstieg der Ölpreise beigetragen.
Ein Krieg im zweiten Jahrzehnt
Die beiden jemenitischen Seiten befinden sich seit 2014 im Krieg, als die Huthis die Hauptstadt Sanaa einnahmen. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition begann bald darauf eine Bombenkampagne, und das Land steckt seit über zehn Jahren im Konflikt fest.