Fluten treffen Bergtäler
Sturzfluten und Erdrutsche haben in Nepal mehr als 1.000 Menschen getötet. Tausende weitere werden noch vermisst. Die Katastrophe ereignete sich am Wochenende, nachdem heftige Regenfälle den Himalaya nahe der nepalesisch-chinesischen Grenze heimgesucht hatten.
Retter kämpfen sich in entlegene Täler vor. Sie graben sich durch schlammgefüllte Tunnel und räumen blockierte Straßen frei. Mehr als 4.400 Menschen gelten offiziell als vermisst. Dutzende Amerikaner befinden sich unter den Vermissten.
Die Flut traf auch den Handelsposten am Gyirong-Port, eine wichtige Route zwischen Nepal und China. Mehr als 100 Inder werden an diesem Grenzübergang vermisst, wie lokale Berichte melden. Normalerweise herrscht dort reger Lkw-Verkehr mit Waren zwischen den beiden Ländern.
Rettungsarbeiten unter schwierigen Bedingungen
Rettungsteams arbeiten in schwierigem Gelände. Erdrutsche haben viele Straßen unterbrochen, sodass Helfer zu Fuß unterwegs sind. Hubschrauber werden eingesetzt, um isolierte Dörfer zu erreichen, und Spürhunde suchen entlang der mit Geröll bedeckten Straßen.
Schlammgefüllte Tunnel stellen eine zusätzliche Gefahr für die Suchtrupps dar. Die Arbeiter bewegen sich vorsichtig, da die Tunnel jeden Moment einstürzen könnten. Beamte sagen, die Zahl der Toten werde wahrscheinlich weiter steigen, je mehr Gebiete erreicht werden.
World Central Kitchen hat auf die „totale Verwüstung" in der Region reagiert und liefert Lebensmittel an Überlebende. Die Organisation sagt, viele Dörfer seien seit Tagen von der Versorgung abgeschnitten.
Experten verweisen auf den Klimawandel
Experten sagen, dass gletscherbedingte Überschwemmungen mit steigenden Temperaturen häufiger werden. Nepal und Tibet haben in den letzten Jahren mehrere solcher Ereignisse erlebt. Ein wärmeres Klima kann dazu führen, dass Gletscher schneller schmelzen und Gletscherseen ausbrechen, wodurch Wasser und Geröll die Bergtäler hinuntergeschickt werden.
Die Katastrophe hat erneut Forderungen nach besseren Frühwarnsystemen im Himalaya laut werden lassen. Wissenschaftler sagen, dass Gemeinden in steilen Tälern besser auf plötzliche Überschwemmungen und Erdrutsche vorbereitet sein müssen. Derzeit liegt der Fokus darauf, Überlebende zu finden, bevor das Zeitfenster für Rettungen schließt.