Umwelt

Mehr als 140 Grauwale tot an Pazifikküsten gefunden

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Ein tödliches Jahr an der Küste

Grauwale sterben in großer Zahl entlang der Pazifikküste Nordamerikas. Mindestens 145 Kadaver wurden dieses Jahr an Stränden gefunden, darunter 13 in Alaska. Wissenschaftler sagen, die tatsächliche Zahl sei höher, da viele tote Wale auf den Meeresboden sinken und nie gesehen werden.

NOAA Fisheries hat in diesem Jahr 56 Grauwal-Strandungen in den USA dokumentiert. Zusammen mit Strandungen in Mexiko und Kanada erreichte die Gesamtzahl bis zum späten Frühjahr 123 Wale. Die Todesfälle häuften sich während der langen Migration nach Norden.

Hunger in einer sich erwärmenden Arktis

Der häufigste Befund bei untersuchten Walen ist Unterernährung. Viele der Wale sind dünn, mit wenig Körperfett. Experten glauben, die Ursache sei ein Mangel an Nahrung in arktischen Gewässern, wo wärmere Meere die winzigen Krebstiere gestört haben, von denen sich Grauwale ernähren.

Grauwale verbringen die Winter in den warmen Lagunen von Baja Mexico. Jeden Frühling wandern sie tausende Meilen zu den Sommerfuttergründen im Arktischen Ozean. Dieses Jahr überlebten viele Wale die Reise nicht. Einige zeigten auch Anzeichen von inneren Traumata, die mit Schiffskollisionen vereinbar sind.

Ein ungewöhnliches Sterbeereignis

Meeresforscher haben ein ungewöhnliches Sterbeereignis erklärt, einen formellen Status, der zusätzliche Untersuchungen auslöst. Naturschutzgruppen nennen das Sterben katastrophal. Letztes Jahr wurden 179 Grauwale tot an der Küste gefunden. Das Rekordjahr war 2019, als allein in US-Gewässern 122 Wale gemeldet wurden.

Wenn der aktuelle Trend anhält, könnte 2026 zu den tödlichsten Jahren für Wale an der Westküste gehören. Das Center for Biological Diversity fordert die US-Küstenwache auf, ein verbindliches Tempolimit von 10 Knoten in Gebieten mit starkem Walverkehr durchzusetzen. Die Gruppe unterstützt auch den breiteren Einsatz von Fanggeräten ohne Seile, die Wale verfangen können. Forscher sagen, die Todesfälle seien eine Warnung vor der Gesundheit des ozeanischen Nahrungsnetzes, während die Arktis wärmer wird.

Quelle: E&E News / NOAA