Rekordstrandungen an der Pazifikküste
Grauwalkadaver werden in alarmierendem Tempo entlang der US-Westküste angespült. Meeresbiologen zählten in der ersten Hälfte des Jahres 2026 146 Strandungen. Die durchschnittliche jährliche Zahl der Grauwalstrandungen von 2006 bis 2023 betrug 43. Im Jahr 2025 stieg die Zahl auf 179.
Forscher sagen, die wahre Zahl der Todesfälle sei viel höher, da die meisten Wale, die sterben, auf den Meeresboden sinken und nie gezählt werden. Sie schätzen, dass zwischen 2025 und 2026 irgendwo zwischen 2.500 und 8.000 Grauwale starben, ein Verlust, der die Definition eines „katastrophalen Mortalitätsereignisses“ erfüllt.
Hunger durch den Klimawandel
Die meisten untersuchten Kadaver zeigen Anzeichen von Unterernährung. Die Wale verhungern, weil ihre Nahrungsquelle schrumpft. Grauwale ernähren sich von winzigen Krebstieren, sogenannten Amphipoden, die im Schlamm arktischer Futtergründe leben. Das schmelzende Meereis verändert diese Lebensräume und dezimiert die Nahrung, auf die die Wale während ihrer langen Wanderung zwischen der Arktis und Mexiko angewiesen sind.
Schiffskollisionen und Verwicklungen in Fischereigerät töten ebenfalls Wale. Letztes Jahr wurden 24 Walsterbefälle auf Schiffskollisionen zurückgeführt und 33 Wale in Fischereigerät verwickelt aufgefunden. Die meisten Strandungen dieses Jahres wurden im Bundesstaat Washington und in der Bucht von San Francisco gemeldet.
Druck, den Grauwal erneut unter den Endangered Species Act zu stellen
Umweltgruppen drängen die Regierung, den östlichen Grauwal erneut unter den Endangered Species Act zu stellen. Die Art wurde 1994 nach ihrer Erholung vom kommerziellen Walfang von der Liste der gefährdeten Arten gestrichen.
Rick Steiner, ein Meeresökologe und Vorstandsvorsitzender von Public Employees for Environmental Responsibility, sagte, die Strandungszahlen seien im Vergleich zum Jahresdurchschnitt enorm. Naturschützer warnen, dass 2026 eines der tödlichsten Jahre für die Art seit Beginn der Aufzeichnungen sein könnte. Sie drängen die Bundesbehörden, zu handeln, bevor der Populationsrückgang schwerer umkehrbar wird.