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Deutschland ermittelt nach mutmaßlichem Sabotageakt bei zwei Angriffen auf Umspannwerke

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Die deutsche Polizei behandelt zwei Angriffe auf die Strominfrastruktur als mutmaßlichen Sabotageakt, nachdem es am Dienstag zu Vorfällen im Osten und Westen des Landes gekommen war. Sicherheitsbeamte gehen davon aus, dass die beiden Ereignisse zusammenhängen könnten. Innenminister Alexander Dobrindt erklärte, die Einschätzung passe zum bekannten Muster russischer Hybridoperationen in Europa, was Moskau bestreitet.

Sprengsätze im Osten

Der erste Vorfall ereignete sich am frühen Dienstagmorgen am Umspannwerk Turnow-Preilack in Brandenburg. Die Polizei erklärte, improvisierte Sprengsätze seien auf das Gelände abgefeuert worden und hätten Stromkabel beschädigt. Die Ermittler haben eine Terrorermittlung eingeleitet. Deutschland meldet seit Monaten verdächtige Drohnensichtungen über Militär- und Industrieanlagen, und Beamte haben wiederholt vor Angriffen auf kritische Infrastruktur gewarnt.

Kurzschluss im Westen

Am Dienstagabend legte ein Kurzschluss mehrere Stromleitungen in einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln lahm. Es gab keine Berichte über einen Blackout, aber der Betreiber RWE nahm fünf Kohlekraftwerksblöcke mit einer Gesamtleistung von 4.200 Megawatt vom Netz. „Wir gehen nicht von einem technischen Defekt, sondern von einer vorsätzlichen Handlung aus“, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittler vermuten, dass die Täter leitfähiges Material, vermutlich Kabel, über eine Freileitung gelegt haben, um den Fehler zu verursachen. Beamte aus beiden Regionen prüfen Verbindungen zwischen den Vorfällen.

Steigende Spannungen mit Russland

Die Angriffe erfolgen Tage, nachdem Berlin Moskau öffentlich für einen versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig im vergangenen Monat verantwortlich gemacht hat. Eine am Flughafen gefundene Drohne hatte Sprengstoff an Bord. Am 1. September reagierte Russland auf die Vorwürfe und bestellte den deutschen Geschäftsträger in Moskau ein. Die deutschen Behörden haben zwei Verdächtige im Fall Leipzig identifiziert, können sie aber möglicherweise nicht festnehmen, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Deutschland, ein NATO-Mitglied, das die Ukraine unterstützt, wirft Russland seit langem eine Kampagne hybrider Angriffe mit Spionage und Sabotage vor.

Quelle: Reuters