Rekordtemperaturen belasten Infrastruktur
Meteo-France warnte, dass Montag einige der höchsten je gemessenen Temperaturen bringen könnte, Paris erwartet 42°C. Die Hitzewelle hat den Verkehr gestört – Waldbrände nahe Katalonien unterbrachen den Hochgeschwindigkeitszug zwischen Madrid und Barcelona. Der französische Atomkraftbetreiber EDF warnte, dass hohe Wassertemperaturen die Kühlkapazität mehrerer Anlagen einschränken könnten. Die Regierung aktivierte ihren interministeriellen Krisenstab.
Gesundheitssysteme unter Druck
Rettungsdienste in Frankreich, Italien und Spanien meldeten einen Anstieg hitzebedingter Notrufe. Frankreichs Gesundheitsministerium meldete 40 hitzebedingte Todesfälle seit Donnerstag. Behörden forderten ältere Menschen auf, während der Spitzenzeiten in Innenräumen zu bleiben. Schulen schlossen früh, Außenarbeiter erhielten bezahlten Urlaub. Das Fête de la Musique-Festival fand mit Alkoholverbot und zusätzlichen Wasserstellen statt.
Klimaverbindung und Super-El Niño
Klimawissenschaftler verbinden die Intensität dieser Hitzewelle mit einem sich entwickelnden Super-El Niño im Pazifik. Das Muster, das globale Temperaturen verstärkt, wird voraussichtlich bis zum Sommer auf der Nordhalbkugel anhalten. UN-Ernährungsorganisationen beantragten 202 Millionen Dollar zum Schutz von 8,8 Millionen Menschen vor El Niño-bedingter Ernährungsunsicherheit. Die Hitzewelle hat die Debatte über die europäische Klimaanpassungsfähigkeit neu entfacht.