Wöchentlicher Dienst verbindet Ningbo und Felixstowe
Chinesische Reedereien bereiten den Start des ersten regulären Containerdienstes durch die Arktis vor. Die Route verbindet den Hafen Ningbo an der chinesischen Ostküste mit Felixstowe, dem größten Containerhafen Großbritanniens. Die Schiffe fahren dann weiter nach Rotterdam in den Niederlanden, Hamburg in Deutschland und Danzig in Polen. Der wöchentliche Dienst soll laut Schifffahrts- und Branchenberichten im September beginnen. Chinas Verkehrsministerium hat begonnen, Live-Daten zur Meereisüberwachung zu veröffentlichen, um eine sicherere Navigation entlang der Route zu unterstützen.
Ein schnellerer Weg zwischen Asien und Europa
Der neue Dienst nutzt die Nördliche Seeroute entlang der russischen Nordküste. Eine konventionelle Reise von China nach Europa durch den Suezkanal dauert etwa 30 bis 40 Tage. Die Arktispassage kann diese Zeit je nach Eisbedingungen etwa halbieren. Reedereien sagen, dass schnellere Transitzeiten Treibstoff sparen und die Emissionen pro Reise senken. Sie weisen auch darauf hin, dass die Route Engpässe wie die Straße von Hormus und das Bab-el-Mandeb umgeht, wo Angriffe und regionale Konflikte den Handel gestört haben. Arktistransite haben schnell zugenommen. Die Nördliche Seeroute verzeichnete letzten Sommer 23 Transite, gegenüber 15 im Jahr 2024.
Umweltfragen bleiben offen
Umweltgruppen und Wissenschaftler haben Bedenken über die Ausweitung der Arktisschifffahrt geäußert. Schiffe, die die Region durchqueren, riskieren Treibstoffunfälle, Lärmbelästigung und Kollisionen mit Meereslebewesen. Rußpartikel aus Schiffsmaschinen können sich auf Eis absetzen und das Schmelzen beschleunigen. Die Route ist auch saisonal. Eisbedingungen, Versicherungskosten und die Verfügbarkeit von Eisbrechern begrenzen den Betrieb auf die wärmeren Monate. China sagt, es unterstütze eine sichere und nachhaltige Nutzung der arktischen Gewässer. Vorerst markiert der Dienst einen neuen Schritt in der langsamen Verlagerung des Welthandels in Richtung Nordpol.