Flammen erfassen das Hohe Venn
Ein Waldbrand im belgischen Nationalpark Hohes Venn hat sich nach Angaben der Behörden vom Montag zur schlimmsten ökologischen Katastrophe des Landes entwickelt. Die Flammen haben Tausende Hektar geschütztes Moorland und Torfmoore nahe der deutschen Grenze verbrannt. Feuerwehrsprecher beschrieben den Schaden als katastrophal für eines der fragilsten Ökosysteme des Landes.
Das Hohe Venn ist das größte Naturschutzgebiet Belgiens und ein beliebtes Ziel für Wanderer. Seine Torfmoore speichern große Mengen Kohlenstoff und beherbergen seltene Pflanzen und Wildtiere. Beamte sagten, das Feuer habe Lebensraum zerstört, dessen Erholung Jahrzehnte dauern werde.
Eindämmung, aber noch keine Rückkehr
Feuerwehrleute sagten, das Feuer sei teilweise eingedämmt und breite sich nicht mehr in Richtung Deutschland aus. Hunderte Feuerwehrleute, unterstützt von Hubschraubern und Löschflugzeugen, arbeiten seit Tagen daran, die Flammen zu kontrollieren. Evakuierte Bewohner durften noch nicht in ihre Häuser zurückkehren.
Das Feuer ist der jüngste in einer Reihe von Bränden in ganz Europa in diesem Sommer. Rekordhitze hat Wälder und Moore von Portugal bis Polen ausgetrocknet, und mehrere Länder kämpfen noch immer gegen aktive Brände.
Regierungsreaktion
Die belgischen Behörden haben Hilfe für betroffene Gemeinden und eine Untersuchung der Brandursache zugesagt. Im Nachbarland Frankreich hat die Regierung Steuererleichterungen für von Waldbränden betroffene Unternehmen angekündigt. Beamte in der Region sagen, heißere und trockenere Sommer machten solche Brände häufiger und schwerer bekämpfbar.
Klimaforscher warnen, dass die Feuersaison in Europa jetzt früher beginnt und länger dauert. Sie sagen, Investitionen in Brandverhütung, Frühwarnsysteme und widerstandsfähige Landschaften seien nötig, um künftige Schäden zu begrenzen.