Eis, das nie vollständig zurückkehrte
Das arktische Meereis erreichte in diesem Jahr seinen niedrigsten Winterhöchststand seit Beginn der Aufzeichnungen, sagten Wissenschaftler. Die Eisbedeckung erreichte ihren Höhepunkt kleiner als in jedem Winter seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen. Die Erkenntnis fügt sich in ein Jahr extremer Hitze auf dem Planeten ein. Mehrere Regionen verzeichneten in diesem Sommer ihre heißesten Monate, die je gemessen wurden.
Der Winter ist die Zeit, in der das arktische Eis am dicksten und am weitesten ausgedehnt sein sollte. In diesem Jahr kam es dem historischen Durchschnitt nie nahe. Wissenschaftler sagten, das fehlende Eis sei eine direkte Folge wärmerer Luft und wärmeren Wassers in der Region.
Warum das Wintereis wichtig ist
Wintereis dient als Fundament für das Ökosystem. Wenn es dünn ist, schmilzt es im Sommer schneller und hinterlässt mehr offenes Wasser. Offenes Wasser absorbiert mehr Wärme von der Sonne, was die Region weiter erwärmt. Wissenschaftler nennen dies die Eis-Albedo-Rückkopplungsschleife.
Das schrumpfende Eis bedroht Eisbären, Robben und die Gemeinschaften, die von ihnen abhängen. Gleichzeitig öffnen sich Schifffahrtsrouten in der Arktis jedes Jahr früher. Mehr Schiffe bedeuten mehr Lärm, mehr Verschmutzung und ein höheres Risiko von Unfällen in einer fragilen Umwelt.
Eine Warnung für den Rest der Welt
Die Arktis erwärmt sich etwa viermal schneller als der globale Durchschnitt. Was dort passiert, bleibt nicht dort. Schmelzende Eisschilde in Grönland erhöhen den Meeresspiegel weltweit. Schwächere Polarwinde lassen auch kalte Luft im Winter nach Süden strömen, weshalb einige Regionen brutale Kälteeinbrüche erleben, während sich der Planet erwärmt.
Klimaforscher sagten, der Rekordtiefstand entspreche dem, was Modelle vor Jahrzehnten vorhergesagt hätten. Sie sagten, die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bleibe der einzige Weg, den Rückgang zu verlangsamen. Jedes Jahr der Verzögerung, warnten sie, schließe mehr Eisverlust für die folgenden Generationen ein.