Technologie

KI-Speicherknappheit erreicht Verbraucherpreise

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Die Speicherchips für KI-Rechenzentren entziehen der übrigen Elektronikindustrie zunehmend das Angebot, und das schlägt sich in den Preisen nieder.

Hochbandbreitenspeicher (HBM) belegt inzwischen etwa 23 Prozent der gesamten DRAM-Waferkapazität. Micron erklärte auf der Hot Chips 2026, HBM verbrauche rund dreimal so viel Silizium wie Standard-DDR5-Speicher, und der Abstand wachse mit jeder Generation. Da Hersteller mit HBM mehr verdienen, verlagern sie Wafer dorthin, und für Speicher in Smartphones, Laptops und Konsolen bleibt weniger Kapazität.

Die Preise steigen schnell

Die Speicherpreise haben sich im vergangenen Jahr etwa vervierfacht. Analysten erwarten keine Entspannung vor neuen Fabkapazitäten, was auf 2028 hindeutet. Micron meldete für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 41,5 Milliarden Dollar, 345 Prozent mehr als im Vorjahr, Sandisk verdoppelte den Umsatz auf 5,9 Milliarden Dollar bei 42 Milliarden Dollar Auftragsbestand.

Nvidia ändert seine Pläne

Nvidia hat den Preis für den DGX Spark Desktop von 3.999 auf 4.699 Dollar erhöht und große Kunden gewarnt, dass KI-Server-Preise um über 15 Prozent steigen könnten. Berichten zufolge könnte das Unternehmen die HBM-Kapazität im Rubin-Ultra-Beschleuniger von etwa 1 TB auf 192 GB senken, um Rohspeicher gegen bessere Ausbeute, geringeren Stromverbrauch und tragbare Kosten pro Rack zu tauschen. TrendForce erwartet für nächstes Jahr 50 bis 60 Prozent mehr HBM-Bit-Auslieferungen, was den Bedarf an KI-Rechenleistung weiter nicht deckt.

Wer am Ende zahlt

Cloud-Kunden spüren es zuerst über höhere Instanzpreise. Gerätehersteller absorbieren die nächste Runde durch höhere Preise oder weniger Speicher pro Gerät. PC- und Smartphone-Hersteller konkurrieren um verbleibende Waferkapazität und warnen bereits vor Engpässen bis ins nächste Jahr.

Die Lehre: KI-Nachfrage beschränkt sich nicht mehr auf Rechenzentren. Speicher ist eine geteilte Ressource, und das Rennen um Beschleuniger bestimmt den Preis der Hardware für alle anderen.

Quelle: Tom's Hardware, TrendForce