Inflation fällt im Juni stark
Der Verbraucherpreisindex sank im Juni auf 3,5 % im Jahresvergleich, der niedrigste Stand seit über einem Jahr und der stärkste monatliche Rückgang seit 2020. Auch die Kerninflation, die Energie und Lebensmittel ausklammert, ging zurück – ein Zeichen, dass der Straffungskurs der Federal Reserve Wirkung zeigt. Die Daten waren eine seltene positive Wirtschaftsnachricht für die Regierung Biden, die das ganze Jahr über mit hohen Preisen zu kämpfen hatte.
Iran-Konflikt droht Trendumkehr
Die sich verbessernde Inflationslage ist jedoch unmittelbar bedroht durch den eskalierenden Konflikt im Persischen Golf. Die Straße von Hormus, durch die etwa 20 % des weltweiten Öls transportiert werden, ist zum Kriegsgebiet geworden. US-Angriffe auf iranische Infrastruktur und Irans Attacken auf die Handelsschifffahrt riskieren einen Ölpreisschub. Analysten warnen, dass eine anhaltende Störung die Benzinpreise auf über 5 Dollar pro Gallone treiben und den Inflationsdruck in der gesamten Wirtschaft neu entfachen könnte.
Warsh sagt vor Kongress aus
Der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh hielt diese Woche seine erste Kongressaussage und bekräftigte die Entschlossenheit der Zentralbank, die Inflation zu senken, vermied aber eine Aussage zu Zinserhöhungen. Er kündigte fünf neue Task Forces zur Geldpolitik an. Die gemischte Botschaft ließ die Märkte unsicher über den nächsten Schritt der Fed, obwohl die meisten Ökonomen angesichts der Unsicherheit um die Iran-Situation mit einem Stillstand der Zinsen rechnen.