Section 338 erstmals seit Jahrzehnten angewandt
Präsident Donald Trump verhängte am 21. Juli 50-Prozent-Zölle auf die meisten kanadischen Waren und berief sich dabei auf Section 338 des Zollgesetzes von 1930. Dieses Gesetz ermächtigt den Präsidenten, Abgaben von bis zu 50 Prozent zu erheben, wenn ein anderes Land amerikanische Produkte diskriminiert. Die Zölle betreffen kanadische Autoexporte, alkoholische Getränke und Milchprodukte – drei Sektoren, die das Weiße Haus als „unfaire Barrieren" für US-Waren bezeichnete. Die Zölle treten am 19. August in Kraft.
Kanada wehrt sich ohne Vergeltungszölle
Der kanadische Premierminister Mark Carney sagte, Kanada glaube an freien und fairen Handel, und verwies auf mehr als 20 neue Wirtschafts- und Sicherheitspartnerschaften. Anders als China reagierte Kanada nicht mit Gegenzöllen auf die früheren April-Zölle von 2025 – eine Tatsache, die US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer als Beleg dafür anführte, dass Kanada im Vergleich zu anderen Nationen bevorzugt behandelt werde. Mehrere demokratische Abgeordnete hatten zuvor die Abschaffung von Section 338 vorgeschlagen, da Trump sie zur Destabilisierung der Wirtschaft nutzen könnte.
Globale Handelsauswirkungen
Der Schritt stellt die stärkste Zollerhöhung seit dem Urteil des Obersten Gerichtshofs dar, das Trumps weitreichendste Zölle im Frühjahr für ungültig erklärte. CNN nannte die Zölle „eine Warnung an den Rest der Welt", da Trump auch einen neuen Basis-Zoll auf fast 60 andere Nationen wegen angeblicher Zwangsarbeitspraktiken ankündigte.