Gehgeschwindigkeit als kognitiver Marker
Forscher der University of Pittsburgh begleiteten 2.400 Erwachsene ab 80 Jahren über sieben Jahre und maßen jährlich Gehgeschwindigkeit, Gleichgewicht und kognitive Funktion. Die Top 20% der Mobilität – „Super-Beweger" genannt – zeigten 40% weniger kognitiven Abbau als die unteren 20%. Der Zusammenhang blieb auch nach Kontrolle von Alter, Bildung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes bestehen. Jede Zunahme der Gehgeschwindigkeit um 0,1 m/s war mit einer 12%igen Reduktion des Demenzrisikos verbunden.
Körperliche Aktivität mit Gehirnresilienz verbunden
Gehirnscans der Super-Beweger zeigten mehr graue Substanz im Hippocampus und präfrontalen Kortex, Regionen, die typischerweise von Alzheimer betroffen sind. Auch das Kleinhirn wies stärkere neuronale Konnektivität auf. Die Studie deutet darauf hin, dass die Aufrechterhaltung der körperlichen Funktion im hohen Alter das Gehirn durch verbesserte Durchblutung, verringerte Entzündung und erhöhte Neuroplastizität schützt.
Praktische Implikationen für alternde Bevölkerungen
Die Ergebnisse weisen auf einfache, kostengünstige Interventionen hin. Regelmäßige Gehprogramme, Gleichgewichtstraining und Kraftübungen könnten verschrieben werden. Dr. Anne Newman sagte, die Gehgeschwindigkeit sollte als „Vitalzeichen" für ältere Patienten betrachtet werden, da sie sowohl körperliche als auch kognitive Gesundheit in einer einfachen Messung erfasst.