OLE-Molekül stellt Schutzfunktion der Mikroglia wieder her
Ein Team des spanischen Instituts für Neurowissenschaften und der EPFL in der Schweiz hat ein Molekül entdeckt, das die natürliche Abwehr des Gehirns gegen Alzheimer wiederherstellen kann. Die Verbindung namens OLE reprogrammiert Mikroglia – die Immunzellen des Gehirns – in einen schützenden Zustand. In gesunden Gehirnen patrouillieren Mikroglia und beseitigen giftige Proteine; bei Alzheimer werden sie chronisch entzündet.
Plaque-Reduktion und Gedächtnisverbesserung im Tiermodell
In Laborversuchen an Mäusen und Würmern reduzierte die Behandlung mit OLE die Beta-Amyloid-Plaquelast um 42 % und verbesserte die Gedächtnisleistung in kognitiven Tests. Die umprogrammierten Mikroglia umschlossen Amyloid-Plaques, verkleinerten sie und halfen, sie aus dem Hirngewebe zu entfernen. Die Studie unter Leitung von Dr. José Vicente Sánchez Mut und Prof. Johannes Gräff wurde in Cell Death and Disease veröffentlicht.
Neuer therapeutischer Ansatz jenseits von Plaque-Medikamenten
Aktuelle Alzheimer-Medikamente wie Lecanemab und Donanemab zielen direkt auf Amyloid-Plaques ab, mit gemischten Ergebnissen. Dieser Ansatz der Mikroglia-Umprogrammierung bietet eine grundlegend andere Strategie: Statt Plaques direkt zu entfernen, stellt er die körpereigene Fähigkeit wieder her. Klinische Studien am Menschen sind noch Jahre entfernt, aber die Entdeckung eröffnet einen neuen Weg für die Entwicklung von Alzheimer-Therapien.