Ein Gebiet ungewöhnlich kalten Wassers südlich von Grönland – der sogenannte „Kalter Fleck“ – liefert neue Belege für eine Abschwächung der Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation (AMOC), so eine in Science News veröffentlichte Studie. Die AMOC fungiert als planetarisches Förderband, das warmes Wasser nach Norden und kaltes Wasser nach Süden transportiert, und spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Klimas der nördlichen Hemisphäre.
Was die Daten zeigen
Ozeantemperatursimulationen von 1993 bis 2021 zeigen, dass der Kalte Fleck in den letzten drei Jahrzehnten im Vergleich zum umgebenden Ozean abgekühlt ist. Dieses Muster stimmt mit Computermodellen überein, die eine AMOC-Verlangsamung aufgrund von Süßwassereintrag durch schmelzendes grönländisches Eis vorhersagen. Die Forschung trägt zu einer wachsenden Zahl von Belegen bei, dass das Strömungssystem weniger stabil ist als bisher angenommen.
Was ein AMOC-Zusammenbruch bedeuten würde
Wenn die AMOC vollständig zum Erliegen käme, wären die Folgen schwerwiegend: Europa könnte eine rapide Abkühlung um 5-10 Grad Celsius erleben, während sich tropische Monsungürtel verschieben könnten, was die Landwirtschaft für Milliarden von Menschen beeinträchtigen würde. Der Meeresspiegel entlang der US-Ostküste könnte um bis zu einen Fuß über die globalen Durchschnittswerte steigen. Wissenschaftler betonen, dass ein vollständiger Zusammenbruch nicht unmittelbar bevorsteht, aber das Risiko mit jedem Bruchteil eines Grades der globalen Erwärmung steigt.