Erste mRNA-Grippeimpfung passiert Hürde
Berater der US-Arzneimittelbehörde FDA stimmten am 18. Juni für Modernas experimentellen mRNA-Grippeimpfstoff mFlusvia für Erwachsene ab 50 Jahren. Das Gremium befand, dass der Nutzen des Impfstoffs die Risiken überwiegt, und ebnete so den Weg für die erste Zulassung eines mRNA-basierten saisonalen Grippeimpfstoffs überhaupt. Die endgültige FDA-Entscheidung wird rechtzeitig zur Grippesaison 2026/27 erwartet.
Hinter den Kulissen: regulatorischer Streit
Der Weg zur Abstimmung des Beratungsgremiums war ungewöhnlich konfliktreich. Anfang des Jahres blockierte ein hochrangiger FDA-Beamter die Prüfung des Moderna-Antrags – ein seltener Schritt, der Fragen nach politischer Einmischung bei Impfstoffzulassungen unter Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., einem langjährigen Impfskeptiker, aufwarf. Moderna focht die Entscheidung an mit dem Argument, FDA-Mitarbeiter hätten das Studiendesign genehmigt. Das Unternehmen verwies auch auf eine separate Studie, die den mRNA-Impfstoff günstig mit Hochdosis-Impfstoffen für Senioren verglich.
Ein neues Werkzeug gegen Grippe
Traditionelle Grippeimpfstoffe werden in Eiern oder Zellkulturen hergestellt – ein Prozess, der Monate dauert und manchmal zu einer Fehlanpassung an die zirkulierenden Stämme führt. Die mRNA-Technologie ermöglicht eine schnellere Produktion und einfachere Aktualisierung. Bei Zulassung könnte mFlusvia einen besseren Schutz für ältere Erwachsene bieten, die den Großteil der Grippe-Krankenhauseinweisungen und Todesfälle ausmachen. Die Grippesaison fordert in den USA jedes Jahr Zehntausende Todesopfer.