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Hubble entdeckt wachsenden zehnseitigen Sturm am Südpol des Saturn

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Eine Form, die sich fast nie wiederholt

Astronomen, die das Hubble-Weltraumteleskop nutzen, haben ein wachsendes zehnseitiges Sturmmuster um den Südpol des Saturn gefunden, ein jüngeres Gegenstück zum berühmten sechsseitigen Sechseck, das seit über vier Jahrzehnten am Nordpol des Planeten rotiert. Die Entdeckung, die diese Woche im Journal Science Advances veröffentlicht wurde, ist die erste derartige polygonale Welle, die in der südlichen Hemisphäre des Planeten gefunden wurde.

Eine Form, die sich fast nie wiederholt

Das nördliche Sechseck des Saturn wurde erstmals in Bildern der Voyager-Vorbeiflüge der NASA in den frühen 1980er Jahren gesichtet. Der Sturm ist etwa 30.000 Kilometer breit, breit genug, um die Erde zweimal zu verschlucken, und seine Jetstreams erheben sich etwa 300 Kilometer über die Wolkenspitzen. Wissenschaftler erwarteten lange, eine ähnliche Welle im Süden zu finden, aber jahrzehntelange Suche ergab nichts.

Ein unruhiges neues Merkmal

Die geneigte Achse des Saturn versteckte den Südpol nach 2012 von der Erde aus. Als die Region 2023 wieder in Sicht kam, zeigten Hubble-Bilder vom Oktober dieses Jahres ein schwaches zehnseitiges Polygon. Die Form wurde bis August 2024 deutlicher, und bis 2025 waren die zehn Ecken des Zehnecks voll entwickelt, wenn auch ungleichmäßig: Drei Seiten hoben sich scharf ab, vier waren schwächer und drei kaum definiert.

Anders als das starr wirkende nördliche Sechseck verschieben sich die Ecken des Zehnecks in einem Zyklus von etwa 32 Tagen hin und her. Diese Bewegung deutet darauf hin, dass die Form keine feste Struktur ist, sondern eine mäandernde atmosphärische Welle, die vom gekrümmten Pfad eines mächtigen Jetstreams geleitet wird. Computersimulationen deuten darauf hin, dass die Welle aus einer sich wiederholenden Störung entlang des Jets entstanden sein könnte, möglicherweise angetrieben von einem großen Wirbel, der sich gegen den Uhrzeigersinn nördlich davon dreht.

Ein sich entwickelndes Rätsel

Die Forscher, angeführt von einem Team der Universität des Baskenlandes, sagen, das Zehneck zeige "komplexes dynamisches Verhalten, das am Sechseck nie beobachtet wurde". Wenn die Welle mit einem vorbeiziehenden Sturm verbunden ist, könnte sie ein kurzlebiges Merkmal sein, anders als das Sechseck, das seine Form seit über 40 Jahren gehalten hat. Die Entdeckung gibt Wissenschaftlern jedenfalls ein seltenes lebendes Beispiel dafür, wie riesige Stürme auf anderen Welten entstehen.

Quelle: Science Advances