Wie der Detektor funktioniert
Areg Danagoulian, Kernphysiker am MIT, hat in der Zeitschrift Nature einen Plan zur Erkennung von Atomwaffen veröffentlicht, die auf Satelliten versteckt sind. Die Idee basiert auf einem kleinen Satelliten namens 9U-CubeSat, etwa so groß wie ein großer Schuhkarton. Der CubeSat würde einen Detektor tragen, der auf Neutronen abgestimmt ist.
Neutronen sind das Schlüsselsignal. Wenn hochenergetische Protonen in der Weltraumumgebung auf Kernmaterial wie Uran treffen, schlagen die Kollisionen Neutronen in einem Prozess namens Spallation heraus. Eine an Bord eines Satelliten versteckte Waffe würde diesen verräterischen Sprühnebel erzeugen. "Wenn Sie diese Neutronen erkennen, kann das selbst ein verräterisches Zeichen dafür sein, dass sich eine ungewöhnliche Menge Uran auf dem Satelliten befindet, und es handelt sich höchstwahrscheinlich um eine Atomwaffe", sagte Danagoulian.
Warum Weltraumwaffen wichtig sind
Eine nukleare Explosion im Orbit wäre eine Katastrophe für die weltweite Satellitenflotte. Tausende Satelliten bieten heute Navigations-, Kommunikations-, Wetter- und Militärdienste. Eine einzige Detonation könnte viele von ihnen auf einmal zerstören und nahe gelegene Umlaufbahnen mit Strahlung überfluten. "Wir würden nicht nur die Satelliten verlieren, wir würden ganze Umlaufbahnen für einige Jahre verlieren", warnen Forscher.
Der Weltraumvertrag von 1967 verbietet die Platzierung von Atomwaffen im Orbit. Aber der Vertrag hat keinen Durchsetzungsmechanismus. Es gibt derzeit keine zuverlässige Möglichkeit zu überprüfen, ob ein von einem anderen Land gestarteter Satellit eine Waffe trägt. Danagoulians Vorschlag soll diese Lücke schließen.
Herausforderungen voraus
Das System würde funktionieren, indem es sich einem verdächtigen Satelliten nähert. Berechnungen zeigen, dass ein 9U-CubeSat eine thermonukleare Waffe aus einer Entfernung von etwa vier Kilometern in etwa einer Woche Beobachtung mit einer Genauigkeit von nahezu 99 Prozent identifizieren könnte. "Man kann Intelligenz vortäuschen, aber man kann Physik nicht vortäuschen", sagte Danagoulian.
Praktische Hürden bleiben. Thomas Gonzalez Roberts, Astrodynamiker am Georgia Tech, merkt an, dass der Inspektionssatellit sehr nahe an sein Ziel herankommen müsste. In der Vergangenheit haben Annäherungen innerhalb von zig Kilometern Satellitenbetreiber verärgert und diplomatische Spannungen verursacht. Danagoulian hofft, dass nationale Labore auf der Arbeit aufbauen und dass politische Entscheidungsträger die Technologie als Teil offizieller Verifikationsinstrumente in Betracht ziehen.