Ein Medikament, das bereits zur Behandlung von Osteoporose eingesetzt wird, hat in einer neuen Studie Schäden an Bandscheiben verhindert und weckt Hoffnungen auf neue Behandlungen gegen Rückenschmerzen. Forscher der Universität Edinburgh fanden heraus, dass ein Bisphosphonat die Ansammlung von Mineralien in der Wirbelsäule stoppte und so die Kette von Ereignissen blockierte, die dazu führt, dass die natürlichen Stoßdämpfer der Wirbelsäule verhärten und sich verschlechtern.
Wie Bandscheiben abgebaut werden
Genetische Veränderungen können eine Kettenreaktion auslösen, die dazu führt, dass die weichen Bandscheiben zwischen den Knochen der Wirbelsäule verhärten und ihre Fähigkeit verlieren, die Wirbel zu polstern. In der Studie entwickelten Zebrafische mit einem defekten Kollagen-Gen Mineralablagerungen und Wirbelsäulenversteifungen, die der menschlichen Bandscheibenerkrankung ähneln.
Die Forscher testeten mehrere Ansätze, um den Schaden zu verlangsamen. Ein Bisphosphonat, eine Art knochenschützendes Medikament, das bereits gegen Osteoporose zugelassen ist, verhinderte die Ansammlung von Mineralien in der Wirbelsäule. Die Wirbelsäulenversteifung wurde auch reduziert, wenn die Fische weniger Futter erhielten oder mit Medikamenten behandelt wurden, die den Fettstoffwechsel unterdrückten.
Hoffnung auf Rückenschmerzbehandlungen
Die Ergebnisse deuten auf mehrere mögliche Wege für zukünftige Behandlungen hin, sagten die Forscher. Da Bisphosphonate bereits weit verbreitet sind und bei Patienten gut verstanden werden, könnten sie schneller in klinische Tests für Wirbelsäulenerkrankungen übergehen als ein völlig neues Medikament.
„Die Entdeckung weist auf mehrere aufregende Möglichkeiten für zukünftige Rückenschmerzbehandlungen hin", sagte das Team in einer Zusammenfassung der Arbeit. Die Studie, die Anfang August veröffentlicht wurde, wurde von ScienceDaily berichtet.
Warum Zebrafische wichtig sind
Zebrafische teilen viele Gene mit Menschen, einschließlich der Kollagen-Gene, die an dieser Form von Wirbelsäulenerkrankungen beteiligt sind. Ihre transparenten Körper ermöglichen es den Forschern auch, Mineralablagerungen und Bandscheibenveränderungen in Echtzeit zu beobachten, was sie zu einem praktischen Modell für die Untersuchung von Erkrankungen macht, die beim Menschen Jahre brauchen, um sich zu entwickeln.
Der nächste Schritt ist zu testen, ob dieselben Mechanismen bei Säugetieren und schließlich beim Menschen gelten. Wenn ja, könnten bestehende Osteoporose-Medikamente eine zweite Verwendung beim Schutz der Wirbelsäule finden und möglicherweise Millionen von Menschen mit Rückenproblemen eine Behandlungsoption bieten, die bereits auf dem Markt ist.