Der Chemiepreis 2026
Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften verlieh den Nobelpreis für Chemie 2026 an Henri B. Kagan und Kenso Soai für die Entdeckung nichtlinearer Effekte und der Autokatalyse in der asymmetrischen organischen Synthese. Die Akademie gab die Auszeichnung am Mittwoch in Stockholm bekannt. Die beiden teilen sich zwölf Millionen schwedische Kronen, etwa 1,2 Millionen Dollar.
Spiegelbildliche Moleküle
Viele Moleküle existieren in zwei Formen, die Spiegelbilder voneinander sind, wie eine linke und eine rechte Hand. In der Medizin können sich die beiden Formen im Körper sehr unterschiedlich verhalten, weshalb Chemiker daran arbeiten, die eine und nicht die andere herzustellen. Kagan, geboren in Frankreich und affiliiert mit der Université Paris-Sud in Orsay, untersuchte, wie Gemische von Verbindungen eine Reaktion in Richtung einer einzigen Spiegelform treiben können. Soai, geboren in Japan, 95 Jahre alt und affiliiert mit der Tokyo University of Science, fand eine autokatalytische Reaktion, bei der ein Produkt seine eigene Entstehung beschleunigt. Das Experiment ist heute als Soai-Reaktion bekannt.
Warum es wichtig ist
Das Nobelkomitee erklärte, die Arbeit sei entscheidend gewesen für Chemiker, die Reaktionen für die Herstellung von Arzneimitteln, Aromen, Duftstoffen und neuen Materialien entwickeln. Die Ergebnisse berühren zudem eine langjährige Frage der Chemie: wie das Leben dazu kam, eine Spiegelform der von ihm verwendeten Moleküle zu bevorzugen.
Der Chemiepreis ist der dritte der diesjährigen Nobelpreise. Der Medizinpreis ging am Montag an Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel für Entdeckungen über lichtgesteuerte Ionenkanäle, die zur Optogenetik führten, einer Methode, mit der einzelne Nervenzellen mithilfe von Licht an- und ausgeschaltet werden können. Der Physikpreis ging am Dienstag an Francis Halzen für seine Rolle am IceCube-Neutrino-Observatorium und den Nachweis hochenergetischer Neutrinos aus dem Weltraum. Der Literaturpreis folgt am Donnerstag, der Friedenspreis am Freitag und der Wirtschaftspreis am Montag. Der Chemiepreis des vergangenen Jahres ging an Susumu Kitagawa, Richard Robson und Omar M. Yaghi für metallorganische Gerüstverbindungen.