Ein neues Auge am Himmel
Das neueste Weltraumteleskop der NASA ist nach einem reibungslosen Start nun im Orbit. Die Agentur nannte den Moment einen großen Sprung nach vorn für die Astronomie. Das Teleskop soll Jahre damit verbringen, den Himmel zu scannen, Galaxien im gesamten Universum zu kartieren und zu messen, wie sie sich bewegen. Es gesellt sich zu einer Flotte von Weltraumobservatorien, ist aber für eine andere Aufgabe gebaut: die Betrachtung der größten Strukturen im Universum statt einzelner Sterne und Planeten.
Dunkle Energie und dunkle Materie
Wissenschaftler wissen, dass gewöhnliche Materie nur einen kleinen Bruchteil des Universums ausmacht. Der Rest ist dunkle Materie, die Galaxien zusammenhält, und dunkle Energie, die das Universum schneller expandieren lässt. Beides wurde nie direkt gesehen. Die beiden Kräfte gehören zu den tiefsten Rätseln der Physik. Dunkle Materie wurde vor Jahrzehnten vorgeschlagen, um zu erklären, warum Galaxien schneller rotieren, als ihre sichtbare Masse erlaubt, und dunkle Energie entstand aus Beobachtungen, dass die Expansion des Universums sich beschleunigt. Das neue Teleskop wird beide untersuchen, indem es beobachtet, wie Licht von entfernten Galaxien auf seiner Reise über Milliarden von Jahren gebeugt und gestreckt wird. Diese Messungen helfen Wissenschaftlern, eine detaillierte Karte der kosmischen Struktur zu erstellen und zu testen, ob sich dunkle Energie im Laufe der Zeit verändert.
Eine mehrjährige Mission
Ingenieure werden in den kommenden Wochen die Spiegel und Instrumente des Teleskops testen. Sobald die Kalibrierung abgeschlossen ist, beginnt die Vermessung. Die Mission wird Millionen von Galaxien beobachten und voraussichtlich die größte Karte des Universums erstellen, die je gemacht wurde. Die Daten könnten Fragen beantworten, die Physiker seit Jahrzehnten beschäftigen, einschließlich der Frage, wie die Expansion des Universums beschleunigt wurde. Wissenschaftler sagen, die Ergebnisse werden Lehrbücher umschreiben, warnen aber auch, dass Geduld nötig ist. Das vollständige Bild wird Jahre brauchen, um zusammengesetzt zu werden, und jede neue Datenveröffentlichung wird von Observatorien auf der ganzen Welt genau untersucht. Die Mission ist eine gemeinsame Anstrengung mit europäischen Partnern, und die Daten werden offen mit der globalen Wissenschaftsgemeinschaft geteilt.