Wissenschaft

Astronomen veröffentlichen größte 2D-Karte des Universums mit 4 Milliarden Objekten

17 Ansichten

Astronomen haben die größte zweidimensionale Karte des Universums veröffentlicht, die je gebaut wurde. Die Karte verzeichnet fast 4 Milliarden Sterne, Galaxien und andere Objekte über etwa 75 % des Himmels. Jeder kann sie kostenlos über den Legacy Survey Sky Viewer erkunden.

Ein Jahrzehnt Himmelsdurchmusterungen

Die Karte entstand aus den DESI Legacy Imaging Surveys, einem Projekt, das Daten von drei Teleskopen kombinierte. Zwei stehen in den USA, eines in Chile. Über etwa ein Jahrzehnt hinweg nahmen die Teleskope Hunderttausende von Bildern in mehreren Farben auf.

Die Forscher fügten diese Bilder zu einem einzigen digitalen Atlas zusammen. Das Ergebnis deckt eine Himmelsfläche ab, die so groß ist, dass es ein Leben dauern würde, jedes Objekt mit dem Auge zu betrachten. Das Team veröffentlichte die Daten in Etappen, und diese Version ist die vollständigste bisher.

Was die Karte kann

Der Atlas ist mehr als ein hübsches Bild. Wissenschaftler können ihn nutzen, um Gravitationslinsen zu jagen, bei denen massive Objekte das Licht entfernter Galaxien ablenken. Sie können nach Supernovae und anderen explodierenden Sternen suchen. Sie können auch die großräumige Struktur des Universums untersuchen, die Hinweise auf dunkle Materie und dunkle Energie enthält.

Andere Teleskope nutzen die Karte bereits als Leitfaden. Wenn eine neue Mission wissen muss, was in einem Himmelsausschnitt liegt, kann sie zuerst im Atlas nachschlagen. Das spart Zeit und macht Beobachtungen effizienter.

Wissenschaft für alle

Das Team hinter der Karte legte Wert darauf, sie öffentlich zu halten. Der Legacy Survey Sky Viewer ermöglicht es jedem, von einem Webbrowser aus in Galaxien, Nebel und Sternfelder hineinzuzoomen. Astronomen hoffen, dass die offenen Daten neue Menschen in das Feld ziehen und Entdeckungen beschleunigen.

"Das Universum ist groß genug für alle, um es zu erkunden", sagte ein Forscher. "Jetzt ist es auch die Karte."

Quelle: Sci.News, Live Science