Steigende Todesfälle bei jüngeren Erwachsenen
Darmkrebs ist heute die häufigste Krebstodesursache bei Amerikanern unter 50 Jahren, so der Statistikbericht 2026 der American Cancer Society und eine im Januar veröffentlichte JAMA-Studie. Zwischen 2014 und 2023 sanken die Todesfälle durch Hirnkrebs, Brustkrebs, Leukämie und Lungenkrebs jährlich, während Darmkrebs die einzige Erkrankung unter den fünf häufigsten war, die zunahm – mit einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 1,1 Prozent seit 2005. Die Gründe für den Anstieg sind noch weitgehend unbekannt, Lebensstilfaktoren und Umweltbelastungen werden untersucht.
Neuer Antikörper zeigt Wirksamkeit gegen Prostatakrebs
In einer separaten Entwicklung haben Forscher der Universität Umeå in Schweden und internationale Partner einen vollständig humanen Antikörper entwickelt, der in präklinischen Modellen des aggressiven Prostatakrebses sowohl Tumorwachstum als auch Metastasierung stoppte. Der Antikörper zielt auf die onkogene Signalübertragung ab, die durch den TGF-beta-Typ-I-Rezeptor vermittelt wird, und hemmt die Fähigkeit der Krebszellen, einzudringen und zu wandern. Das Medikament war wirksam gegen kastrationsresistenten Prostatakrebs, eine aggressive Form, die nicht mehr auf Hormontherapie anspricht und nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten bietet.
Gesundheitspolitische Implikationen
Der Trend bei Darmkrebs hat Forderungen nach früheren Screening-Maßnahmen ausgelöst, wobei einige Experten empfehlen, Darmspiegelungen bereits ab 45 Jahren statt ab 50 durchzuführen. Der Anstieg des früh einsetzenden Darmkrebses bleibt einer der rätselhaftesten Trends in der Onkologie, und der ACS-Bericht unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Forschung zu Umwelt- und Ernährungsauslösern, die den Anstieg bei jüngeren Bevölkerungsgruppen vorantreiben könnten.