Wissenschaft

BepiColombos Zwillingssonden beginnen letzte Etappe der Reise zum Merkur

15 Ansichten

Zielgerade nach neun Vorbeiflügen

„Es ist ein brillanter Moment“, sagte Geraint Jones, der leitende Projektwissenschaftler der Mission. Die Mission, bekannt als BepiColombo, startete 2018 und ist bereits mehr als 10 Milliarden Kilometer auf einer Umwegroute gereist. Sie benötigte neun Planeten-Vorbeiflüge, um genug abzubremsen, um von der Schwerkraft des Merkur eingefangen zu werden. Der letzte Vorbeiflug im Januar 2025 lieferte Nahaufnahmen der Einschlagkrater und Vulkanebenen des Planeten. Seit Donnerstag hatten die Raumsonden noch etwa 3,3 Millionen Kilometer vor sich.

Eine Welt der Extreme

Merkur ist ein Planet der harten Kontraste. Die Tagestemperaturen können über 427 Grad Celsius steigen, während die Pole tiefe, permanent beschattete Krater mit Eis enthalten. Ingenieure mussten die Mission so konstruieren, dass sie den extremen Bedingungen standhält. „Es ist im Wesentlichen gleichbedeutend mit dem Betrieb mit einem sehr heißen Pizzaofen direkt auf dem Rücken“, sagte Ignacio Tanco, ein Missionsbetriebsleiter bei der Europäischen Weltraumorganisation. Nur ein einziges anderes Raumschiff, NASAs Messenger, hat den Planeten je erforscht, der nur wenig größer als unser Mond ist. Die Mission ist nach Giuseppe Colombo benannt, einem italienischen Mathematiker, der an der NASA-Mission Mariner 10 zum Merkur in den 1970er Jahren arbeitete.

Orbit und erste Wissenschaft

Wenn alles gut geht, werden die verbundenen Raumsonden im November in die Umlaufbahn des Merkur eintreten und sich im Dezember voneinander trennen, um den Planeten aus verschiedenen Höhen zu kartieren und zu untersuchen. Ab nächstem Frühjahr werden wissenschaftliche Instrumente auf beiden Sonden das Magnetfeld des Merkur, sein dichtes Inneres und seine Oberflächengeologie untersuchen, einschließlich mysteriöser Hohlräume, von denen Wissenschaftler glauben, dass sie durch Mineralien entstanden sind, die aus Gesteinen verdampfen. Die Europäische Weltraumorganisation trägt den Großteil der Missionskosten, die auf etwa 1,7 Milliarden Euro geschätzt werden.

Quelle: AP News