Prion-Proteine: von Krankheitsauslösern zu Antibiotika-Quellen
Neue Antibiotika-Kandidaten gegen resistente Bakterien könnten in Prionen stecken – fehlgefalteten Proteinen im Gehirn, die für seltene und tödliche neurodegenerative Erkrankungen bekannt sind. Eine am 19. Juni in Nature Microbiology veröffentlichte Studie nutzte KI, um Prion-Protein-Strukturen zu durchsuchen und identifizierte unbekannte Verbindungen mit antimikrobieller Aktivität.
KI eröffnet neue Grenzen
Die Forschung von César de la Fuentes Labor an der University of Pennsylvania ist die neueste in einer Reihe von KI-gesteuerten Bemühungen, Antibiotika an unerwarteten Orten zu finden. Das Labor hatte zuvor KI-Modelle verwendet, um Kandidaten in der DNA ausgestorbener Organismen und in Tiergiften zu identifizieren.
Bekämpfung der Antibiotikaresistenz
Antibiotikaresistente Infektionen verursachen jährlich über 1,2 Millionen Todesfälle weltweit. KI-basiertes Screening unkonventioneller Proteinquellen bietet einen Weg, die Identifizierung neuer Wirkstoffkandidaten zu beschleunigen, obwohl klinische Anwendungen noch Jahre entfernt sind.